Allianz-Cup Immenstaad (GER), 4./5.5.2019

Immenstaad „Allianz-Cup“ die 2. Regatta zum Bodensee-Cup

Viel Wind, viel Kalt …. Viel Spass.

Die Wetteraussichten waren mal wieder besonders toll, nach einem kühlen Samstag mit Regen und Westwind um die 10 Grad sollte es am Sonntag nicht etwa aufklaren und die Maisonne scheinen, sondern ein kalter Ostwind Schneeschauer bringen — im Mai.

15 Finnisti mit SUI, GER  und FRA im Segel ließen sich nicht abschrecken und kamen nach Immenstaad am  deutschen Bodenseeufer.  Tatsächlich war das Wetter wie vorhergesagt: ungemütlich aber immerhin schön Windig. Einige der Damen ließen sich von der Vorhersage mal wieder abschrecken und liefen gar nicht erst aus. Sodass sich nur 12 Finns an der Startlinie trafen.

Bollo (also der Autor also ich)  kam mal wieder genau rechtzeitig zum Start und musste nur noch wenige Strecker nach!  dem 4 Minuten Signal anbauen –  das Lesen der Segelanweisungen erhielt somit Priorität 2  schließlich war ja unser Landespeter (Peter Ganzert)  als Mitbewerber am Start, den konnte man unterwegs nach ja nach Details fragen.

Hatten in Mammern die Windfinder und Windys noch deutlich übertrieben, war es dieses Mal eher andersherum es war in Böen durchaus mal …. Ähhh …knackig mit um die 28 Knoten Wind.

Die Finn erwischte die erste Hammerböe auf dem ersten Vorwind  – Bollo (der Autor also ich) war gemeinsam mit dem Landespeter (der, der die Segelanweisung gelesen hatte) einige Meter vor dem Hauptfeld –  als Sie von der achterlichen Gischt überholt wurden (für nicht Segler : das bedeutet dann ist viel Wind).

Als ich zurückblickte war nur noch Peter Ganzert einige Meter hinter mir, alle anderen Finns und viele Europe  waren unterwegs Richtung Heimathafen oder gesellten sich zu den Thermalbadefreaks ( siehe Bericht auf Jollensegler.eu) , nach der nächsten Böe drehte Peter dann auch noch ab, ich fuhr jedoch mit meiner perfektionierten Q-Wende Technik ( von wegen „Hoffentlich Allianz versichert“) weiter Richtung Startschiff  – dort wurde ich mit Hupern und einer Flagge mit einem Kreuz auf einem Schlauchboot empfangen.
Mein Aufkleber mit dem Flaggenalphabet befindet sich am Schwertkasten!, das gleichzeitige aufrechte Segeln des Bootes und Lesen der Flaggenbedeutung (im 6er Font ROT gedruckt) erfordert also bei Windstärken über 20 Knoten eine gewisse Akrobatik, die nicht  unbedingt dazu beiträgt, das angegraute Herren, die den Südkurier mit Lesebrille lesen müssen, den Sinn der Flagge erkennen können.

Zumeist liegt der Erfolg des Auslesens in den drei Erkenntnissen :
1. Die Flagge gibt es tatsächlich !
2. Die Flagge hat einen Buchstaben  (der ist Fett gedruckt und lesbar) ! In diesem Fall M.
3. Ich wollte doch schon letztes Jahr ein Flaggenalphabet mit grösseren Beschreibungen kaufen .

So auch dieses mal, M und irgendwas kleines Rotes dahinter mit Gehupe, keiner mehr da, hmmm vielleicht irgendwas neues für „abgebrochen“ oder „zurück in den Hafen“ oder „Freibier fällt aus „.

Da ich mir ob der Bedeutung nicht sicher war, umrundete ich mal alle Tonnen und machte mich zurück gen Hafen- ich war ja gefühlt wirklich das letzte fahrende Boot auf dem Wasser.

Aber der Wind war ja eigentlich schon wieder etwas weniger und die großen Wellen waren wirklich zu schön, um Sie alleine zu lassen, so beschloss ich,  nachdem ich noch ein paar verstreuten Kenterern seelischen Beistand beim Aufrichten Ihres Bootes geleistet hatte, noch mal ne Runde zu drehen, – im Regen stehen und über wilde Windböen prahlen, kann man ja später auch noch genug –  und dann in den Hafen zu fahren.  Nach der 2. Runde sah ich dann, dass alle Europe wieder einigermaßen aufgerichtet waren und relativ strukturiert an der Kreuz waren, sicherheitshalber folgte ich Ihnen und entdeckte sogar noch einen Finn unter Ihnen.

Ich folgte ihnen mal ins Ziel und wurde somit 2. Finn ( überraschenderweise ) trotzdem ich eine Runde mehr gesegelt war als der erste.

Im nächsten Lauf waren noch 6 Finns am Start. Allerdings kam hier beim 2. Downwind eine noch etwas stärkere Böe als in der ersten Wettfahrt, bei 28 Knoten Wind und steiler Welle hat man da einige Arbeit im Finn, damit die Müsliriegel nicht in den See schwappen.  Nach der „Allianz Q-Wende“ fuhr ich Raumschots Vollgas ins Ziel,
obwohl ich kaum glauben konnte, dass die 2 auf dem Startschiff nur 2 Kreuzen bedeutete, bereits nach weniger als 20 Minuten war ich beim Zieleinlauf – vielleicht waren ja 2 Kreuzen zusätzlich zur Startkreuz gemeint ?

Die  Blaue Flagge hing zwar, aber ich konnte Sie bei  dem fliegenden Wasser und dem doch erstaunlich nachhaltigen Drang meines Bootes, die in ihm schwimmenden Müsliriegel samt ihrem potentiellen Verspeiser in den See zu kippen, nicht wirklich erkennen. Also fuhr ich ins Ziel, dann sicherheitshalber wieder an die Kreuz Richtung Luvtonne, erst mal schauen was die anderen machen.  (die Regattaleitung war ja ganz modern, zudem der Club schwäbisch und somit sparten sie sich das übliche Hupsignal oder sogar einen Schuss bei Zielankunft  – auch kein wirklicher Fortschritt wenn Ihr mich fragt ) die fuhren auch alle ins Ziel  – also 2. Lauf im Sack.

Der dritte Lauf am Samstag dann sogar ohne Flagge Oskar – ( also ganz wenig Wind da darf man nicht Pumpen – manche Flaggen erkenne ich dann doch noch )  wieder nur kurz – da ja offensichtlich noch ein 4. geplant war. Der fiel dann aber einem komplett Dreher zum Opfer und wir wurden nach etwas Warterei heimgeschickt.
Mit 2/1/1 konnte ich Samstag ganz zufrieden sein.

Am Sonntag dann 10:00 Uhr Start. Wenn man den Wettfahrtleiter kennt, weiß man dann, dass man Pünktlich sein sollte, somit fuhr die – dieses Mal-  vollständige Finnflotte rechtzeitig bei Schnee- und Graupelschauern, bei kräftigem Ostwind auf den See. Um dann fast eine 3/4 Stunde auf die Verlegung der Tonnen zu warten – einigen war das wiederum zuviel ( Joseph und Jean Louis) und sie verließen das Geschehen mit Aussicht auf die Sitzheizung auf der Heimfahrt frühzeitig.

Schließlich wurde der erste Lauf dann doch angeschossen übrigens genau dann als eine weiße Böenwand stark östlich der vorherrschenden Windrichtung über dem Land Richtung Regattafeld angeflogen kam – also konnte man nicht unbedingt sagen, wie der Wind auf der Startkreuz denn nun sein würde, wieder 28 Knoten aus Ost oder nur ein leichter Dreher und dann wieder Nord ?  Peter Ganzert tippte richtig auf Nord und war vor dem Autor im Ziel.

In den nächsten Wettfahrten dann ab und an Schneeschauer, die mit kräftigen Drehern das Feld durchwürfelten.

Im letzten Lauf dann noch der Show-Down zwischen Peter und mir, den Peter dank heruntergenommener Oskar um einen halben Meter gewann.

Die 3 verpassten Wettfahrten gaben mir aber Polster genug um den „Allianz-Cup“ abzuholen – der war dann ein Handtuch – aber wer nennt schon eine Regatta „Allianz-Handtuch“ 😊.

Eine nette Regatta,  die Betreuung durch die Clubmitglieder perfekt, dank Europe-Mitregattierern gab es Tee und Kuchen. Das Clubrestaurant gut geführt – (obwohl die Kriterien für die Segler nur  bei „Hauptsache geheizt“ waren). Die Wettfahrtleitung ist selbstbewusst und machte alles richtig.

Nächstes Jahr bitte 20 Boote!

Euer Bollo

Resultate



Kategorien:Regatta Berichte

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