Blaues Band vom Thunersee – erste Zeit im Jubiläumsjahr

Bis Mitte der 90er Jahre versuchten alle Jahre einige Segler, die schnellste Fahrt vom TYC nach Neuhaus und retour im laufenden Jahr aufzustellen. Im Jahrbuch gibt es eigens ein Reglement für diese schnellste Fahrt der laufenden Saison.

Im Moment können wir keine Regatta segeln – aber warum nicht mit einem Finn ganz BAG-konform mal eine Bestzeit für das 100Jahr-Jubiläum setzen?

Am Sonntag, 24. Mai 2020, versprachen die Wetterprognosen schönes Wetter, Thermik und mit rund 15 Grad Wassertemperatur ist auch eine Kenterung kein Unglück. Fünf Finnsegler wollten die erste schnelle «Rekordfahrt» im 2020 für sich beanspruchen und brachen bei leichtem Oberwind Richtung Neuhaus auf.

Nöudu Baumann machte mit der Hupe vom Bojenleger den Start, natürlich keine Flaggen und so Zeugs, drei, zwei, eins und los.

Was dann folgte, war wie eine richtige Regatta – einfach ein kleiner Lauf von 17,3 Meilen, beziehungsweise 32 Kilometer. Ändu ging schnell in Führung, Pesche Kilchenmann und der Schreibende hielten Fühlung und Tinu Zweifel leistete dem bei Leichtwindverhältnissen nicht grad zu den Schwergewichten zu zählenden Jens Gesellschaft.  

Die Thermik setzte rund eine halbe Stunde nach dem Start ein und es folgte ein spannender Vorwind, Ändu und Pesche setzten auf den direkten Kurs und SUI 57 folgte mehr dem Wind und den Wellen. An der berümten Nase waren die drei aber schön zusammen. Nach zwei Stunden und sieben Minuten rundeten im Neuhaus die drei ersten zusammen und die zwei hinteren folgten mit Sichtkontakt. Nun folgte die 16 Kilometer Kreuz, Wenden unter den Felsen wie am Gardasee und Wind auch wie am Gardasee. Dummerweise hatte ich auf dem Vorwind das Spray Top nicht übergezogen und konnte mich nun überzeugen, dass eine Kombination von 15 Grad kaltem Wasser und vier bis fünf Beaufort trotz heissen Positionswechseln eine kühle Angelegenheit sein können…..

Nach der «Nase» setzte Pesche wieder auf die direkte Linie und der Schreibende auf die «war immer so – Taktik». Die von Pesche ging um etwa 20 Meter besser auf und auf der Höhe Gunten machte er sich mit einer Kreuzwende bei mir unbeliebt. Dieses Malheur hatte ich fünf Minuten später im Griff, aber wenn zwei sich streiten fährt der Ändu halt durch. Also liess ich Pesche im Unglück zurück und jagte Ändu in die Fast-Flaute vor Oberhofen rein. Und wenn zwei sich streiten läuten beim Kilchenmann buchstäblich alle Glocken und er holte sich mit einem Westdreher, den es nur alle Schaltjahre gibt (wir haben ja eines – hätte man mir auch vorher sagen können) das Blaue Band mit einem Vorsprung von 19 Sekunden auf Ändu, der mich auch in der Fastflaute auf Distanz hielt.

Demzufolge darf ich nun einen Fast-Regatta-Bericht als Dritter schreiben – eine Zeitlang hatten Ändu und ich zwar noch Angst, dass uns Jens noch überholt. Bei den Gardaseeverhältnissen hat er massiv Boden gutgemacht, dank den abnehmenden Wellen und dem Wind darf er aber nicht schreiben, dieses Vergnügen bleibt mir überlassen und ich kann euch sagen, dass es ein gutes Gefühl ist, am Montag zu spüren, dass man am Sonntag einen Lauf gesegelt hat. (Bin sicher, dass der Pesche heute die Treppen rückwärts runtergeht…..)

Danke an den Motorbootbegleiter Nöudu und Zeitnehmerzeuge Jiri, sowie die Kollegen, die aus diesen 32 Kilometer einen kurzweiligen und unterhaltsamen vier Stunden und 38 Minuten Lauf gemacht haben.

Rudolf Baumann, SUI 57

Reihenfolge
SUI 13            Peter Kilchenmann, 4h 38’
SUI 94            Andreas Friderich
SUI 57            Rudolf Baumann
SUI 36            Jens Moecke
SUI 99            Martin Zweifel



Kategorien:Regatta Berichte

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