Update: Schwerpunktregatta Brunnen, 8./9.8.2020

Bekannterweise ist der Vierwaldstättersee in weiten Teilen ein windpolitisch himmeltrauriges Flaute-Gewässer und bei Segelregatten etwa so beliebt, wie das Anziehen der Unterwasserblache bei Sandsturm. Einzige Ausnahme ist das Urnerbecken, das uns fürs Regatta-Wochenende mit 30 Booten bestes Wetter und Thermik von 3 – 4 Bf bescherte. Geplant und gesegelt wurde an beiden Tagen drei Läufe bei herrlichen Bedingungen und immer müder werdenden Beinen. Ab Mittag gehts los Richtung Startgebiet, am Schillerstein und Rütli vorbei – am Busen von Helvetia sozusagen.

Meine Strategie ist aus der linken Ecke zu starten und dann den Kurs sanft bis radikal anzupassen, je nach dem eben, was gerade angesagt ist. Die Stammtisch-Segler sind typischerweise eher mitte-rechts positioniert, sodass ich freie Bahn haben sollte. Wenn’s so einfach wäre. Die Realität gemäss Machbarkeitsstudie sah anders aus: SUI 5 und SUI 7 kannst Du vergessen. SUI 59, SUI 67 und sonst noch ein paar kannst du auch vergessen, wenn du wieder segelst wie ein Kamel.
Am Start setze ich voll auf die linksautonome Seite und bleibe ihr, zumindest für die ersten paar Hundert Meter, treu. Früher oder später zeichnet sich aber ab, dass die Linke weder nachhaltig noch zielführend ist. Vor allem dann nicht, wenn die Luvtonne am rechten Ufer liegt. Für die Linken eine Zumutung. Die Rechten werden sie im Verlauf des Tages in populistischer Manier gleich zweimal anpeilen und erst im letzten Moment links abdrehen. Wendehälse eben, soweit das Auge reicht.

Mein Plan am ersten Tag geht auf, während Christoph Burger und Christoph Christen sich die Laufsiege fast brüderlich teilen. Ein Punkt vor mir auf dem dritten Zwischenrang liegt SUI 59, der mir auf dem Vorwind mehrfach links um die Nase fuhr. Warum mir nicht viel anderes übrig blieb, als den Genossen ziehen lassen, ist Gegenstand einer internen Untersuchung. Hauptsache war, dass keiner von rechts mir dasselbe antut. Zurück an Land ging es nicht weniger politisch weiter. Freibier wurde proklamiert – Schaumbecher hats gegeben.

Der Sonntag verspricht erneut traumhafte Rahmenbedingungen und ein Kopf an Kopf rennen auf allen Ebenen. Es gilt an der Strategie nicht herumzufummeln und sich keine Gedanken zu machen, ob das Mastfussrädchen eine Vierteldrehung zu weit links oder rechts steht. Getreu meinem Leitsatz «same Lake same Cake» und dem altbewährten «keep it simple stupid», hiess das folgendes: Schwert nach hinten, Mast nach vorn und der Rest liegt in den Händen der Oberschenkelmuskulatur, die schon bessere Zeiten erlebt hat, so sagt man.

Drei Läufe, drei verschiedene Sieger. Piisli hat den beiden Christophs unter mysteriösen Umständen einen Laufsieg abgeluchst – Einzelheiten sind aus regattapolitischen Gründen nicht für die Öffentlichkeit vorgesehen. Gewonnen hat die Punktemeisterschaft in Brunnen Christoph Burger, zweiter wurde Christoph Christen und der mit lediglich einem Punkt Vorsprung auf Simon Bovay Dritter gewordene, schreibt.

Oliver Wirz
SUI-96

Schlussrangliste

Fotos (teilweise etwas unscharf und manchmal scheint der See auszulaufen)

Wilke Cup, Stand nach 2 Regatten per 9.8.2020

Sieger Brunnen2. Christoph Christen / 1. Christoph Burger / 3. Oliver Wirz



Kategorien:Regatta Berichte

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