Bodensee-Finnflotte Trainingswochenende Kreuzlingen, 09. und 10. April 2022

Die Finnsegler vom Bodensee sind harte Jungs! Dieser Ruf eilt ihnen voraus! Was am Samstagmorgen gefordert war, passt haargenau in dieses Profil. Bei Schneegestöber, Regen, Wind und Kälte stellten die Segler in Kreuzlingen ihre Old-And-Strong-Men-Dinghies für das Trainingswochenende 2022 auf. Mit klammen Fingern fädelten sie das Inhaul durch das Mastloch oder fluchten, während sie das Cunningham durch die Kausch stiessen. Doch den härtesten Start legte der einzige Gast des deutschen Bodenseeufers hin. Peter, DEN 4 im Segel, überquerte den Konstanzer Trichter bei Graupel und Schneegestöber. Erschwert wurde seine Landung dadurch, dass ihn niemand hörte, als er vom Wasser aus einen Slipwagen orderte. Bei solchen Verhältnissen segeln sonst nur die «Eisernen von Mammern» am Untersee. Diese fahren auch im Winter lieber Finn als Ski.

Fast pünktlich zum Zwölfuhrglockenschlag wasserten die übrigen sieben Recken ihre Schiffe. Wechselhafte Winde unter blauem Himmel versprachen einen abwechslungsreichen Nachmittag. Neben den acht Jollen kreuzten zwei Schlauboote die sanften und teilweise von stärkeren Winden aufgetürmten Wellen. In einem sassen Hans, SUI 1, der als Coach fungierte, und Martin, ein slowakischer Finnfreund, der als Fotograf eingesetzt wurde. Die beiden unterstützten die Segler mit Tipps, Hinweisen und teilten ihre hilfreichen Beobachtungen mit. Im anderen Schlauchboot führte Dani Helbling zwei Aspiranten in die hohe Kunst der Wettfahrtleitung ein.

Insgesamt achtmal wurde das Startprozedere durchgeführt. Dabei erlebten die Wettfahrtleiter fast alles, was es für eine Ausbildung braucht: Massenrückruf, Einzelrückruf, verheimlichte und verdeckte Frühstarts, individuell zu vergessende Katastrophenstarts und vor allem spannende Sprint-Wettfahrten. So fuhren verschiedene Segelnummern als Sieger durchs Ziel und sogar für absolute Überraschungssieger lagen die Bojen richtig.

Das Einlaufbier tranken die flotten Bodenseeler bei ihrem neuen Klassen-Finn, der künftig unter dem Namen #SCHÜGA, falls das angedachte Sponsoring auch tatsächlich klappt, die Bojen rundet. Beim Nachtessen im italienischen Club nahe dem Hafen wurde wie gewohnt Seemannsgarn gesponnen und altbekannte Anekdoten so erzählt, als ob sie erst gerade passiert wären.

Am Sonntag fanden wiederum acht Finnisti zwar leichtere Winde vor, doch die fünf Sprintregatten boten verschiedene Windstärken und -richtungen. Bei den Siegern war die Abwechslung allerdings Fehlanzeige. Der Flottenchef höchstpersönlich zeigte, welch Potenzial unter SUI 95 fährt. Nach Abzug des Streichers blieb Miggel die maximale Mindestpunktezahl. Die Anerkennung für dieses Resultat prosteten die Männer beim Einlaufbier Miggel zu und bedankten sich bei ihm, der Wettfahrtleitung, dem Coach und den Helfern für die ebenfalls maximaltolle Organisation beziehungsweise Durchführung.

Die beiden Trainingstage werden den Bodensee-Finnseglern in bester Erinnerung bleiben, denn so einige Situationen könnten in Zukunft als neue Anekdoten und Seemannsgarn in den Erzählrunden auftauchen.

Gregor Thurnherr, SUI49

Rangliste Sonntag nach 5 Läufen, ein Streicher: SUI95 (4 Punkte), SUI83 (10), SUI34 (10), SUI99 (19), SUI39 (19), DEN 4 (20), SUI49 (21), SUI31 (24)

Fotos



Kategorien:Training

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