Jollenregatta, Mammern, 23./24.4.2022

Mit 30 teilnehmenden Finns gelang der Start in die PM-Saison 2022 perfekt! Corona-bedingt konnte in den letzten beiden Jahren in Mammern nicht gesegelt werden – umso grösser war die Freude aller Beteiligten, dass es nun endlich wieder hart an den Wind ging! 

Vielleicht gerade weil die Seglervereinigung Mammern über keinerlei feste Infrastruktur verfügt, war das Herzblut so allgegenwärtig. Eingebettet ins liebliche Dorf gibt es genügend Platz zum aufriggen, das kleine Festzelt vor einem alten Haus mit der Festwirtschaft im Haus drin lädt zum verweilen ein, die Bootsplätze vorne bei der Schiffländte sind einen Steinwurf vom Wasser entfernt, die Einwasserungsrampen links über die Steine (anstrengend) und rechts über den Sandstrand (auch anstrengend) erfordern etwas Teamwork, aber die allgegenwärtigen und freundlichen Helfer der SVM zaubern ein Dauerlachen auf die Gesichter. Einige Segler starteten vom benachbarten Campingplatz aus und die «Nordufer-Fraktion» schlug ihr Lager auf der Deutschen Seite in Finnsegler Harald Leissner’s Residenz Seeterrasse auf.

Am Samstag konnten 3 Wettfahrten bei schwierigen Leichtwindverhältnissen aus Ost-Nordost gesegelt werden. Die Lokalmatadoren verwarfen etwas die Hände und stellten fest, dass der Wind sonst nie so sei. Es brauchte etwas Glück, um in allen Wettfahrten vorne dabei zu sein, aber sicher auch etwas seglerisches Gespür um das Glück zu verwalten. Allen Wettfahrten gemeinsam war die Tatsache, dass man sich seines Ranges erst auf der Ziellinie sicher war. Jürgen Eiermann und der Schreibende überstanden den Samstag am besten mit einem vernünftig tiefen Punktestand. Da die Beizendichte auch in Mammern abnimmt musste für das gemeinsame Nachtessen in die Turnhalle ausgewichen werden. Es war ein gemütlicher Abend mit einem ausgezeichneten Catering!

Für Sonntag meldeten die Wetter-Apps Südwestwind. Nach ca. einer Stunde Startverschiebung ging es bei auffrischendem West-Südwest aufs Wasser. Die Taktik wäre rückblickend einfach gewesen. Einfach dem Good Miggel am Heck kleben und der Mist wäre gefahren gewesen! Nach seinem stolzen Punktestand vom Samstag liess der Lokal-Obermatador nichts anbrennen und legte die souveränen Ränge 1,2 und 3 auf den Untersee. Nur Jürgen Eiermann machte es noch besser, musste aber teilweise zuerst ein paar Ränge aufholen.
Wenn Ho Chi Minh die rechte Seite favorisiert hätte, dann war es eben genau nicht so – es galt die von links einfallenden Böen abzuholen und da war Miggel immer goldrichtig. Und ja, rechts konnte man so richtig versauern wenn der Dreher dann nicht kam. In einigen Böen frische es so stark auf, dass die Untersee-Hechte und Forellen schlussendlich doch noch den Anblick eines Finn-Unterwasser-Riggs geniessen konnten.

Nach dem recht anstrengenden Sonntag war Jürgen Eiermann der klare Sieger, gefolgt von Dominique Wälchli, welcher mit dem Bovey-Rigg kaum zu bremsen war (und wer den Capman schon lange kennt ist überhaupt nicht überrascht von dieser Performance). Jürg Wittich konnte seinen Ausrutscher vom Samstag streichen und segelte mit regelmässigen Läufen auf den dritten Rang.
Die Rangverkündigung fand im voll besetzten Festzelt statt und zusammen mit den Fireball und Contender konnte eine stolze Anzahl SeglerInnen beklatscht werden! Dass der Starkregen erst während der Rangverkündigung einsetzte, ermöglichte zumindest den «Schnellaufladern» eine trockene Abfahrt. Die Heimfahrt war aber dann die reinste Sintflut!

Herzlichen Dank der SVM für diesen gelungenen Saisonstart!
We’ll be back!
SUI 12

Bericht von Yann Gonzalez FRA 311

30 Finns waren dieses Wochenende in Mammern am Ende des Bodensees am Start. Auf einem kompakten, tief eingeschnittenen Segelrevier, das von der Strömung des Rheins und den Windeffekten des Standorts belebt wird. Die Fireball- und Contender-Rennen werden hier wie üblich im 5-Minuten-Takt gesegelt. Ein ruhiger Samstag mit leichtem Wind und ein stürmischerer Sonntag mit zunehmendem Wind. Ein ländlicher Ort, kein „Yachtclub“, sondern eine Scheune mit einem Zelt davor, das als Rennzentrale fungiert. Eine sehr gesellige Organisation mit Bier, Würstchen und einem Essen am Samstagabend mit Orchester. Auf dem Wasser geht es nicht gerade lustig zu, denn die Schweizer segeln das ganze Jahr über, was sich auch in der großen Anzahl an Teilnehmern zeigt, die im Februar in Cannes anwesend sind. Aber auch weniger erfahrene Finnen wie ich, die sich ohne Sorgen um die Platzierung vergnügen wollen (https://www.manage2sail.com/de-CH/event/JRM2022…).
Und für mich ist es kein Wunder, dass sich die mangelnde Praxis in der Rangliste rächt. Aber schlussendlich geht es beim Finn-Segeln doch um das Vergnügen, auf dem elegantesten aller Dinghys im Kreise von Freunden zu segeln?
Die nächste Etappe ist die Schweizer Meisterschaft an Auffahrt auf dem wunderschönen Thunersee. Quiberon kommt für mich nicht in Frage, weil es dieses Jahr zu weit weg ist. Für Leute aus dem Osten oder Süden, die nicht nach Quiberon fahren können, ist die Regatta in der Schweiz eine Alternative, die es ihnen ermöglicht, mit einer schönen Flotte zu segeln (bis jetzt sind 55 angemeldet).

Rangliste 6 Läufen



Kategorien:Regatta Berichte

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