Masters WM Helsinki – Schlussbericht des 3. Schweizers

Schlussbericht des drittplatzierten Schweizers Hans Fatzer SUI 1

Im Prinzip könnte der Bericht von Murcia kopiert und die Namen der beteiligten Schweizer angepasst werden, ausser dem Dritten und dem Sechsten, die sind gleich geblieben und deshalb schreibe halt wieder ich. Aber, als Weltmeister hat man ja jemand, der einem den Bericht schreibt und der schreibt folgendes:

Die Reise nach Helsinki ist deutlich aufwändiger als wir uns das von den letzten Masters gewohnt waren, man konnte es drehen und wenden wie man wollte, drei Tage musste man einsetzen.

Die Schweizer reisten unterschiedlich an, die drei Berner und ich (SUI 1) bis Travemünde und dort auf die Fähre verschiffen. Attila wählte den Weg über die Baltischen Staaten und schiffte in Tallin ein, da sprechen wir von 2460 Kilometer Autofahrt. Laurent charterte bei Filipe Silva und kam per Flugzeug.

Im Vorfeld bestritten wir die Finnische Meisterschaft (bester Schweizer Christoph auf Platz 9), lernten das Gebiet kennen und nutzten die Zeit zwischen der Finnischen und den Masters für einige Tage auf dem Wasser. Diese ergaben interessante Vergleiche mit Seglern aus anderen Ländern wie zum Beispiel Bas de Waal, Marc Allain des Beauvais und Michel Audoin.

Auch Ausflüge rund um Helsinki durften nicht fehlen, die Herren Bürgi und Christen sah man auf ihren Hotelfahrrädern, Laurent auf dem eTrottinet und zudem war eine Stadtbesichtigung per Boot natürlich ein Muss.

Das Practice-Race fiel dem starken Wind zum Opfer, für die Veranstalter war klar, dass der Wind einerseits zu stark und die Anzahl Begleitboote zu klein war. Einerseits eine unverständliche Aussage, wenn man aber bedenkt, wie weit und vor allem unübersichtlich die Strecke ins Regattagebiet ist, kann man sie nachvollziehen. Der Donnerstag zeigte dies eindrücklich, mussten doch 13 Finns, also gut 10% des Feldes, aktiv Aufstellhilfe geleistet werden. (Das machte übrigens der frischgebackene finnische Meister, er stellte im Alleingang, nur Badehose und Schwimmweste, sieben Boote auf).

Montags zwei Läufe bei schwachem Wind, das heisst eine durchschnittliche Thunersee Thermik. Am Abend wischten die Organisatoren die aufkeimenden Befürchtungen von den Finnischen Meisterschaften, dass es eine trockene und hungrige Masters geben würde, mit Bravour weg. Bier und Pasta, anschliessend eine Fahrt zur für die Finnsegler historische Insel Särkkä, dort wurden vor 70 Jahren die Olympia Medaillen übergeben und was denen damals recht war ist für die erste Tagespreisehrung auch heute noch in Ordnung.

Dienstag wurde um 10.00 Uhr AP über A gehisst – keine Wettfahrt heute! Das OK stellte flexibel um: 11.00 Uhr Masters Versammlung (anstatt am Mittwoch), Bier und Pasta bereits um 15.00 Uhr und um 16.00 Uhr Besichtigung der WB-Segelmacherei mit Prosecco und Erdbeeren. Für namentlich nicht genannte Leichtgewichte wohl der beste Tag der Serie……

Mittwoch und Donnerstag beste und sportliche Segelbedingungen. Mittwochabend Official Dinner im Nyländska Jaktklubben, ein Clubhaus, das seinesgleichen sucht und in der Schweiz haben wir nichts Vergleichbares.

Am Donnerstag kam es wegen Drehungen zu längeren Wartezeiten, was die Kondition forderte und vielleicht auch die zahlreichen Kenterungen, insbesondere bei der Heimfahrt, erklärte. Na ja, bei 22 Knoten und Böen bis 28 darf man sich ja auch mal auf die Ohren legen.

Freitag leider nur ein Lauf bei sehr moderaten Bedingungen, ich glaube, die Mehrheit des Feldes hätte noch gerne einen weiteren Lauf gesegelt – aber man soll aufhören, wenn es am schönsten ist.

Und schön war diese Masters, sportlich perfekt, Rahmenprogramm stimmte, Gegend aussergewöhnlich und das Wetter machte mit, die Befürchtungen von einer kalten Serie waren unbegründet. Die Verschiebung um einen Monat hat sich auf jeden Fall gelohnt.

So blieb uns verpacken, Siegerehrung, bei dieser Gelegenheit danke an alle, die mir gratuliert haben.

Auch ein Legends Weltmeister muss selber packen

Am Samstag ging es auf die lange Reise nach Hause. Bei einem letzten Kaffee an der Tanke sahen wir, wie FIN 112, seine Rückreise antrat. Er nahm mit uns noch einen Kaffee und einen Plunder (Frühstück), tankte seine Segeljacht auf (ein bisschen wenig Wind) und machte sich auf den 150 Seemeilen langen Weg Richtung Turku – das hat Stil.

Wir auf die Fähre, mit dem Walhalla-Team (Bürgi & Christen) und vielen anderen Finn Kollegen aus allen Ländern Europas. Kaum in der Schweiz angekommen war der Baumann tief beeindruckt, dass ein Legendsweltmeister im Kanton Thurgau von einer Polizeieskorte empfangen wird. Die Begeisterung über diesen Empfang hielt sich im Anschluss in Grenzen, weil der Herr in Uniform nur den (noch irgendwo im Gepäck zu suchenden) Fahrausweises des Berners mit TG-Schildern sehen wollte……

Nachteil eines Ghostwriters – der Bericht wird für einen Hans halt «eine Art zu lang» – hätte vielleicht mit weniger Bier motivieren sollen.

Wir freuen uns auf die Masters in Iraklitsa, rund 12 Kilometer von Kavala entfernt, das uns von 2015 in bester Erinnerung ist.

SUI 1



Kategorien:Regatta Berichte

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